5 Sterne von K3 bei Amazon

Tanz der Zitronen: Menschen haben Verlangen nach Kunst. Museen, Theater, Schauspiel, Konzerte oder Kino sind Räume in denen wir unsere Lust auf Kunst stillen können. Fernsehen auch? Folgt man der Autorin Nicole Joens eher nicht. In einer packenden Erzählung einer erfahrenen Drehbuchautorin wird die Geschichte erzählt, wie ARD und ZDF mit Autoren umspringen, die nicht das liefern, was dem Mainstream einer vorgefertigten Unterhaltung genügt.  … mehr

Ein Drehbuchautor versteht sich als Künstler. Zurecht, denn aus seiner Kreativität entspringt die Idee, etwas darstellbar zu machen, das diesem Anspruch genügen sollte. Es ist eine Kunst, eine spannende Geschichte mit Konflikten, ausgeprägten Charakteren und vielleicht auch mit einem Happy-End in eine Form zu bringen, die dann filmisch umgesetzt werden kann. Doch die Redaktionen der Sender vergewaltigen die Entwürfe. Welten treffen aufeinander: Kunst auf seichte Unterhaltung, Kreativität trifft auf Quote, Einzigartigkeit auf Fließbandproduktion, anspruchsvoller Inhalt auf leicht verdientes Geld. Hochwertiges wird selten dargeboten. Klischees beherrschen die Unterhaltung. Eines ist jedoch sicher: Der Zuschauer muss seine Gebühren entrichten. Millionen, die sinnlos der Gesellschaft entzogen werden. Nicoles Jones erhellende und teilweise humorvolle Darstellung der Praktiken und rüden Methoden bewegt, besonders an ihrem Schicksal. Ein Happy-End sucht man vergebens.

Ausgezeichnet hat mir eine satirische Passagage gefallen, in der ARD und ZDF vom Ministerium zu einer Tanztherapie aufgefordert werden. Dieser Abschnitt lässt erahnen, welch spritzig amüsante Kreativität ihrer Feder als Drehbuchautorin entspringt. Schade, dass wir Vergleichbares in den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten nicht zu sehen bekommen.

Obwohl der Bericht etwas an Chronologie vermissen lässt, ist das Thema aufgrund der allgegenwärtigen dominanten Präsens des Fernsehens allein wert, unbedingt gelesen zu werden, und verdient die beste Bewertung. 

5 Sterne von matheelfe bei Amazon

Tanz der Zitronen: Die Autorin ist freischaffende Drehbuchautorin. Sie hat lange beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen gearbeitet. Der Tod der Redakteurin Annika ist einer der Gründe für die Entstehung des Buches.
Das Buch wird innen als „Literarisches Sachbuch“ bezeichnet. In meinen Augen genügt diese Bezeichnung nicht, ist es eine Kombination aus Sachbuch und Familiengeschichte. … mehr

Akribisch beschreibt die Autorin die Veränderung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen in den letzten Jahren. Obwohl immer mehr Geld in die Kassen fließt, lässt die Qualität der Programme nach. Das kann ich als Fernsehzuschauer nur bestätigen. Doch die Autorin bleibt nicht bei den Fakten stehen. Sie nennt Ursachen. Sie bemängelt, dass es kaum eine Kontrolle für den Umgang mit den Gebühren gibt. Ich möchte nicht auf konkrete Vorwürfe eingehen, doch die Aussagen waren für mich logisch nachvollziehbar. Durch persönliche Erfahrungen und Auszüge aus Presseveröffentlichungen wurden sie belegt. Es ist erschreckend, was hinter den Kulissen läuft und welchen Einfluss mittlerweile die Parteipolitik auf das Programm nimmt. Das widerspricht dem Rundfunkstaatsvertrag und den Aufgaben der öffentlich-rechtlichen Sender. Das Recht auf geistiges Eigentum wird bei den freien Autoren regelrecht ausgehebelt.
Ihr Anliegen hat die Autorin mir zusätzlich in drei Abschnitten auf humorvolle Art nahegebracht. Sie nenne sich „Tanz der Zitronen“ und beinhalten Dialoge zwischen ARD und ZDF in einer Psychiatriepraxis.
Sehr gut gefallen hat mir, dass die Autorin ihr persönliches Leben mit politischen Entwicklungen in der Bundesrepublik und speziell in Bayern in Zusammenhang bringt. Nicht alle Ereignisse, die sie erwähnt, waren mir noch gegenwärtig.
Nachdem ich das Buch gelesen habe, frage ich mich, wie sich viele Dingen mit den Gesetzen in unserem Land vereinbaren lassen.
Am Ende des Buches äußert die Autorin mehrere konkrete Vorschläge, was sich wie ändern müsste. Sie sind gut durchdacht und sicher realisierbar, wenn der Wille dafür vorhanden ist.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es legt die Finger auf eine Wunde unserer Gesellschaft. Ich bewundere ihren Mut. Bewusste Manipulation der Meinung, seichte Unterhaltung und Verschwendung von Gebühren dürfen im öffentlich-rechtlichen Anstalten keinen Platz haben. 

5 Sterne von DavidM bei Amazon

Tanz der Zitronen: Das Buch „Tanz der Zitronen“ von Nicole Joens erzählt die Insidergeschichte einer Drehbuchautorin, die über einen Zeitraum von 20 Jahren für ARD und ZDF gearbeitet hat. Dabei zeigt das literarische Sachbuch auf, wie bei den öffentlich-rechtlichen Sendern mit den Gebührengeldern umgegangen wird: Korruption, Vetternwirtschaft, unfaire Autorenverträge, unnötige Gerichtsverfahren und unfähiges Personal scheinen an der Tagesordnung und Ursache des für jeden sichtbaren, qualitativ minderwertigen, Fernsehinhalts zu sein.  … mehr

Dabei flechtet die Autorin auf humorvolle Art und Weise ihre eigenen Erlebnisse mit ein, angefangen von ihrer Arbeit als Drehbuchautorin, über ihr Auftauchen auf „der schwarzen Liste“ des ZDF bis hin zu einem langjährigem Gerichtsverfahren gegen sie. Am Ende des Buchs führt die Autorin eine Reihe von „Vorschlägen zur Strukturverbesserung“ an, die sich die Verantwortlichen bei den Sendern zu Herzen nehmen sollten.

Insgesamt ist „Tanz der Zitronen“ ein sehr interessantes Sachbuch, welches unerwartete und auch erschreckende Einblicke in die Welt des öffentlich-rechtlichen Fernsehens liefert. Dabei ist es dennoch humorvoll geschrieben, so dass das Buch dem interessierten Leser trotz aller Empörung das eine oder andere Schmunzeln entlockt. Seit der Lektüre des Buchs sehe ich mit anderen Augen fern! 

Schicken Sie uns eine Rezension

Gerne veröffentlichen wir Rezensionen unserer Leser und Leserinnen. Wenn Sie eine Rezension veröffentlichen wollen, schicken Sie ihre Meinung zu einem unserer Bücher an info [at] cindigo [dot] de