5 Sterne von Fabella bei Amazon

Die Enkel der Echse: Die Autorin berichtet über sich, über die Tuareg und über ihr Leben mit ihnen. Pendelnd zwischen München und Sahara versucht sie, ein Teil dieser Gemeinschaft zu werden, ihnen zu helfen, ihre Gebräuche zu verstehen und zu wahren. Sie zeigt, wie wichtig und wertvoll diese Menschen sind und was zwanzig Jahre an ihrem Dasein verändert haben, wie sie oft scheinbar verloren gehen.

Meine Meinung:
Es ist ein Buch, für das man sich Zeit nehmen muss, etwas, was sich nicht zwischen dem einen und dem nächsten Termin „einschieben“ lässt. Hier geht es um mehr, als Worte zu lesen, denn viel mehr muss man eigentlich zwischen den Zeilen lesen und verstehen.  … mehr

Ich gebe zu, ich fand den Schreibstil der Autorin sehr anders. Sprunghaft. Oft war es schwer, ihren Gedanken zu folgen, man musste innehalten und begreifen, was geschieht, wo der Wechsel war. Ich kann mir gut vorstellen, dass es aus ihrer Sicht sehr klar und offen ist, wenn man die Ereignisse bildlich vor Augen stehen hat. Mir als wirklich unbedarften Leser verwirrte das hier und dort doch mal. Manchmal wusste ich nicht, wer war wo, in welchem Land befinden wir uns gerade, wer ist bei wem. Doch mit der Zeit lernt man diese Sprünge schneller zu begreifen.

Ich fand es faszinierend, einen Einblick in diese für mich völlig fremde Kultur zu erhalten. Und das nicht oberflächlich und schnell, sondern eher eindringlich, ungeschminkt, wahr. Diese eigentlich so einfachen Menschen, die dennoch teilweise so klug sind in ihrer Unbedachtheit und Naivität. Die keinen falschen Stolz kennen, und die unsere Regeln so gar nicht verstehen. Und dennoch von sich und ihrem Handeln überzeugt sind, sie wissen, das was sie machen ist das einzig wahre.

Das Buch wird immer wieder aufgelockert durch Bilder und Lyrik der Tuareg. Worte, die für uns teilweise bestimmt nicht auf den ersten Blick einen Sinn ergeben, an denen wir uns schwer tun. Und doch, wenn wir ihnen Zeit geben, werden sie klarer. Die Bilder zeigen überwiegend die Menschen. Es sind schöne Menschen, finde ich, mit absolut eindrucksvollen Augen, die ganze Geschichten erzählen. Nachdenklich, dunkel, geheimnisvoll und dann doch auch wieder voller Humor und Fröhlichkeit.

Ich finde, der Autorin ist es hier wirklich gelungen, eine Zeitspanne eines Volkes festzuhalten, die es schwer haben, in unserer Zeit sie selbst zu bleiben. Die mehr und mehr von sich verlieren. Und ich frage mich, ist es das Wert?

Fazit:
Ein außergewöhnliches Buch, das uns das Leben, die Gebräuche und die Einzigartigkeit der Tuaregs näher bringt. Geschildert von einer nicht weniger außergewöhnlichen Autorin, die ihr Leben dem der Tuaregs gewidmet hat. Echter könnte es wohl nicht sein. 

5 Sterne von Lois Lane bei Amazon

Die Enkel der Echse: Die Lektüre dieses Buches wird Sie in die Welt und Kultur der Tuaregs entführen, die sich selber Kel Tamaschek nennen. Liebevoll und kenntnisreich beschreibt Désirée von Trotha ihre seit mehr als 20 Jahren bestehende Freundschaft mit einer Tuareg-Familie. Sie erzählt von ihren vielen Aufenthalten dort und portraitiert ihre Freunde. Und zu keinem Zeitpunkt ist ihre Erzählfreude voyeuristisch. Désirée von Trothas Blick auf das Leben und die Kultur der Kel Tamaschek ist äusserst respektvoll. In Zeiten von immer lauteren Medien fand ich das sehr angenehm. Sie hat mich ganz sachte in diese mir fremde Welt entführt und mir tiefe Kenntnisse über eine mir unbekannte Kultur vermittelt. Mehr kann ein Buch nicht leisten.

5 Sterne von K3 bei Amazon

Die Enkel der Echse: Ob sehr kalt oder extrem warm, ob in klirrendem Eis oder glühendem Sand, die letzten auf unserer Erde verbleibenden, andersartigen Kulturen, die sich dem Assimilationsprozess der Globalisierung stellen müssen, sind es wert, intensiver betrachtet zu werden. Zwanzig Jahre Leben bei den Tuareg sind keine Kleinigkeit. Die Autorin Désirée von Trotha hat diesen Lebensweg gewählt. Eine Pendlerin zwischen den Kulturen. Anhand von Familiengeschichten einer Sippe der Schmiedekunst gewährt das Sachbuch tiefe Einblicke in die Denk- und Lebensweise der Tuareg.  … mehr

 Von Geburt bis zum Tod wird dem Leser bewusst, welch tiefe, soziale Beziehungen zwischen und unter Frauen und Männern, Kindern und Großeltern sowie entfernten Verwandten bestehen. Soziale Bindungen, die es bisher erlaubten, den harten Umweltbedingungen der Wüste zu widerstehen. Doch immer währende politische Unruhen, fortschreitende Desertifikation und stetig wachsende Einflüsse einer westlichen Zivilisation
erfordern Anpassung. In Lebensbildern wird beschrieben, wie sich die Betroffenen dem Strudel der Veränderungen stellen.
463 Seiten, sehr schön bebildert und mit Gedichten und Lebensweisheiten unterteilt, lassen den Leser nicht mehr los. Es ist ein Puzzle zusammengesetzt aus privaten Episoden, detaillierten Beschreibungen und politischen Betrachtungsweisen. Jedes Teil eine neue Erfahrung. „Aber nur wer versucht zu sehen, kann vielleicht einmal ein wenig erkennen“. Für mich eine Kernaussage, die mich gefesselt hat, das Werk als ungemein spannend und süchtig nach mehr zu verschlingen. Hochachtung und Respekt gelten auch dem Lebensweg der Autorin und ihrer literarischen Fähigkeit. Oft werden Kapitel oder nur einzelne Abschnitte mit einem kurzen prägnanten Hauptsatz abgeschlossen, der nicht besser formuliert sein kann. Diese Buch ist uneingeschränkt lesenswert und verdient die beste Bewertung. 

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